Anzeichen für ein Fortschreiten der CML

Trotz der sehr guten Wirksamkeit von Tyrosinkinasehemmern bei der Behandlung einer CML kann es in wenigen Fällen zu einem Fortschreiten der Erkrankung kommen. Was sind Anzeichen für ein Fortschreiten und was ist dann zu tun?

Durch die Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern ist bei der CML ein langes Leben mit guter Lebensqualität möglich [1]. Dennoch kann es sein, dass die Erkrankung wiederauftritt oder fortschreitet und sich verschlechtert [2].

Anzeichen für einen Progress der CML

Objektiv lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung (Progress) mittels Blut- und Knochenmarkuntersuchungen feststellen, wenn dort Veränderungen nachgewiesen werden können. Hierzu gehören z. B. [3,4]:

  • Anstieg der Zahl der weißen Blutkörperchen
  • Prozentuale Zunahme der Vorstufenzellen der weißen Blutkörperchen
  • Prozentuale Zunahme bestimmter weißer Blutkörperchen (basophile oder eosinophile Lymphozyten)
  • Veränderungen der Blutplättchenzahl
  • Wiederholter Anstieg von BCR-ABL in der PCR
  • Nachweis weiterer Veränderungen im Erbgut zusätzlich zum Philadelphia-Chromosom

Anzeichen für einen Progress, die Sie an sich selbst bemerken können, sind z. B. [3,4,5]:

  • Abnahme der Leistungsfähigkeit
  • Fieber
  • Starkes nächtliches Schwitzen
  • Größenzunahme der Milz, die sich unter Umständen durch Schmerzen bemerkbar macht
  • Knochenschmerzen
  • Geschwulstartige Ansammlungen von Leukämiezellen, oft im Bereich von Knochenhaut, Haut oder Zahnfleisch (Chlorome)

Wichtig: Einige der genannten Veränderungen und Anzeichen können ein Fortschreiten bedeuten, haben aber unter Umständen auch harmlose Ursachen. Um ein Fortschreiten zu bestätigen oder sicher auszuschließen, müssen die Ergebnisse stets durch den behandelnden Arzt beurteilt werden!

Mit Kontrolluntersuchungen ein Fortschreiten frühzeitig erkennen

Bei CML-Patienten werden zur Überprüfung des Therapieerfolgs regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Die zeitlichen Abstände zwischen den Untersuchungen wurden von Experten auf Basis von Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnissen je nach Untersuchung auf etwa alle 3–6 Monate festgelegt. Dank dieses Vorgehens wird ein Progress meist schon vor dem Auftreten von Symptomen entdeckt und es kann frühzeitig gegengesteuert werden [3,6].

Progress verhindern oder aufhalten

Ob und wann eine CML in ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium übergeht, lässt sich nicht vorhersagen. Um einen Progress möglichst zu vermeiden, ist es vor allem wichtig, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig und in der verordneten Menge einnehmen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes bemerken. Außerdem sollten Sie in jedem Fall die angebotenen, regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Denn so kann Ihr behandelnder Arzt ein Fortschreiten frühzeitig erkennen und Ihre Behandlung entsprechend anpassen [4].

Therapieoptionen bei Progress

Wenn Ihre Erkrankung unter der Standardtherapie mit Tyrosinkinasehemmern fortschreitet, wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen eine Anpassung der Therapie besprechen. In Frage kommt ein Wechsel auf einen anderen Tyrosinkinasehemmer oder, wenn die medikamentöse Therapie nicht anspricht, eine Stammzelltransplantation [3,6].

Stand: 2014, Cornelia Dietz und Christopher Dietrich
Teaser: Linktitel: 
Anzeichen und Ursachen für ein Fortschreiten
Quellen:

[1] http://www.sprechzimmer.ch/sprechzimmer/Fokus/Chronische_myeloische_Leukaemie_CML/Chronische_myeloische_Leukaemie_CML.php
[2] http://krebsgesellschaft.de/pat_ka_leukaemie_erkrankungsverlauf,107830.html (zuletzt gesichtet am: 19.08.2014)
[3] Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO): Chronische myeloische Leukämie (CML) (Stand: Januar 2013). https://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/cml (zuletzt gesichtet am: 19.08.2014)
[4] Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe: Chronische myeloische Leukämie – Ratgeber für Patienten (Stand: März 2012).
[5] Deutsche Krebshilfe: Blauer Ratgeber Nr. 20 – Leukämie bei Erwachsenen (Stand: Juli 2013)
[6] Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe: Info-Blatt: Chronische myeloische Leukämie (Stand: April 2014).