Behandlung bei CML – ein Überblick

Zur Behandlung der CML werden am häufigsten Medikamente mit Tyrosinkinasehemmern eingesetzt. In wenigen Fällen, falls diese Therapie nicht oder nicht ausreichend wirkt, gibt es weitere Therapiemöglichkeiten.

Die Behandlung soll die chronische myeloische Leukämie (CML) in der chronischen Phase stabilisieren und die Leukämiezellen dauerhaft zurückdrängen. Somit soll verhindert werden, dass die Erkrankung in die nächste Phase fortschreitet.

Im Nachfolgenden werden die Behandlungen genannt, die hauptsächlich zum Einsatz kommen.

Tyrosinkinasehemmer

Die Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern gilt heute als empfohlene Standardtherapie bei erwachsenen Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver CML [1]. Tyrosinkinasehemmer blockieren in den Leukämiezellen das BCR-ABL>-Eiweiß, das für die unkontrollierte Teilung der Zelle verantwortlich ist. Auf die Zellteilung gesunder Zellen haben sie kaum Einfluss und schwere Nebenwirkungen sind selten [2]. Tyrosinkinasehemmer werden in der Regel langfristig eingesetzt. In einigen Fällen geht der Therapie eine Behandlung mit Hydroxyurea voraus [1].

Lesen Sie hier ausführlich über die CML-Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern.

Video: Wirkweise und Therapieziele einer Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern.

Chemotherapie

Die Chemotherapie, wie man sie bei Krebserkrankungen im Allgemeinen kennt, ist bei der CML auf bestimmte Situationen begrenzt. Bei der CML werden die Chemotherapeutika Hydroxyurea (Hydroxycarbamid, Hydroxyharnstoff, HU) und Cytarabin (Arabinosylcytosin, Cytosin-Arabinosid, AraC, AC) eingesetzt. [1]

Hydroxyurea wird vor allem direkt nach der Diagnose kurzfristig eingesetzt, um die stark erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen schnell zu reduzieren. Der grundsätzliche Krankheitsverlauf der CML wird durch diese Behandlung kaum beeinflusst. [3]

Die Chemotherapie kann auch bei Patienten eingesetzt werden, die sich in einer fortgeschrittenen Krankheitsphase befinden und bei denen Tyrosinkinasehemmer keine Wirkung zeigen. Außerdem wird sie zur Behandlung vor einer Stammzelltransplantation angewandt. [1]

Chemotherapeutika wirken auf Zellen während deren Zellteilung ein. Krebszellen teilen sich häufiger als gesunde Körperzellen und werden deshalb durch die Chemotherapie erreicht. Gleichzeitig gibt es aber auch gesunde Zellen, die sich häufiger teilen als andere, z. B. Zellen der Schleimhäute, die ebenfalls durch die Chemotherapie angegriffen werden. Deshalb kann eine Chemotherapie den Körper insgesamt sehr belasten. [4]

Interferon alpha (IFN-a)

Interferon ist ein körpereigener Eiweißstoff (Protein), der Zellen des Immunsystems zur Bekämpfung von z. B. Viren und Tumorzellen aktiviert. Die Therapie mit Interferonen, insbesondere mit Interferon alpha, wird zur Unterstützung des Immunsystems gegen Tumorzellen eingesetzt.

Bei der CML wird die Interferontherapie für die seltenen Fälle empfohlen, wenn ein Tyrosinkinasehemmer nicht angewandt werden kann [1]. Nachteil der Interferontherapie ist die hohe Nebenwirkungsrate, die oft zum Abbruch der Behandlung führt [5].

Stammzelltransplantation

Bei der allogenen Stammzelltransplantation werden die Leukämiezellen vernichtet und anschließend gesunde Blut-Stammzellen eines Spenders übertragen. Die Stammzellen des Spenders siedeln sich dann im Knochenmark des Empfängers an und gründen ein neues blutbildendes System, das gesunde Blutzellen bildet.

Diese Behandlungsform kann eine komplette Heilung der CML bewirken, ist jedoch mit Risiken behaftet, die sorgfältig abgewogen werden müssen [6]. Deshalb stellt sie bei der CML oft erst eine Option dar, wenn eine Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern nicht den gewünschten Erfolg bringt [7].

Stand: 2014, Cornelia Dietz
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Aktuelle Therapiemöglichkeiten
Quellen:

[1] Baccarani M, et al. European LeukemiaNet recommendations for the management of chronic myeloid leukemia: 2013. Blood. 2013 Aug 8;122(6):872-84.
[2] http://www.medical-tribune.de/home/fuer-patienten/artikeldetail/den-krebs-am-wachstum-hindern-so-wirken-tyrosinkinase-hemmer.html, (zuletzt besucht am 11.08.2014)
[3] Hochhaus A et al. Chronische myeloische Leukämie: Ratgeber für Patienten. Deutsche Leukämie- & Lymphomhilfe (DLH); 2012. http://www.leukaemie-hilfe.de/broschuerenangebot.html?&no_cache=1&tx_drblob_pi1%5BdownloadUid%5D=78.
[4] http://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/chemotherapie-nebenwirkungen.php, (zuletzt besucht am 11.08.2014)
[5] Negrin RS, Schiffer CA, Interferon alpha for the treatment of chronic myeloid leukemia. Wolters Kluwer, Jul 2014.
[6] http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/behandlung.php#inhalt12, (zuletzt besucht am 11.08.2014)
[7] Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO): Chronische myeloische Leukämie (Stand: Januar 2013). https://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/cml (zuletzt gesichtet am 22.05.2013)