• Schriftgröße

Lexikon

A | B | C | D | E | G | H | I | K | L | M | N | O | P | R | S | T | W | Z
Abwehrsystem oder Immunsystem

Versetzt den Körper in die Lage, Infektionen abzuwehren, und befähigt ihn, zwischen eigenem und fremdem Gewebe zu unterscheiden. Es besteht aus bestimmten weißen Blutkörperchen, Antikörpern, der Thymusdrüse, den Lymphknoten und der Milz.

akut

plötzlich einsetzend, heftig; von kurzer Dauer

akute lymphatische Leukämie

(Abk.: ALL) siehe Leukämie

akute myeloische Leukämie

(Abk.: AML) siehe Leukämie

akzelerierte Phase

Zweite Krankheitsphase der CML, Übergangsphase in die Blastenkrise. In der akzelerierten Phase verschlechtert sich das Befinden der CML-Patienten oft deutlich. Die starke Vermehrung der Leukämiezellen im Knochenmark stört die Produktion der roten Blutzellen und der Blutplättchen. CML-Patienten haben in dieser Phase deshalb oft auch Blutarmut und eventuell Gerinnungsstörungen.

allogene Transplantation

Transplantation von Spender auf Empfänger im Gegensatz zur autologen Transplantation (Eigenspende). Voraussetzung für eine allogene Transplantation ist, dass die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger weitgehend übereinstimmen.

basophile Granulozyten

lösen allergische Reaktionen aus und sind somit die Gegenspieler der eosinophilen Granulozyten (siehe dort)

BCR-ABL

Chromosomen sind in Abschnitte aufgeteilt, die Gene genannt werden. Jedes Gen enthält eine „Herstellungsanweisung" für ein bestimmtes Protein. Das BCR-ABL-Gen enthält die Herstellungsanweisung für eine bestimmte Tyrosinkinase (BCR-ABL-Protein). Bei der CML-Behandlung mit Tyrosinkinase-Hemmern wird genau diese Tyrosinkinase blockiert und somit die Zellvermehrung gestoppt.

Das BCR-ABL-Gen entsteht durch den Austausch von Genmaterial (Translokation) zwischen zwei Chromosomen (siehe auch Philadelphia-Chromosom).

Biopsie

medizinische Untersuchung (meist mikroskopisch) von Gewebeproben, die dem Patienten entnommen werden

Blasten

unreife, nicht vollständig ausgereifte Zellen

Blastenkrise

Das dritte Stadium, in das man eine CML unterteilen kann. In der Blastenkrise ist der Patient am stärksten beeinträchtigt. Die Leukämie-Zellen im Knochenmark vermehren sich völlig unkontrolliert und treten in großer Anzahl in unreifen Entwicklungsstadien ins Blut über. Betroffene leiden an Blutarmut, Blutungen und Infektionen. Es besteht ein ausgeprägter Mangel sowohl an Blutplättchen als auch an roten Blutzellen. Ohne Behandlung besteht in dieser Erkrankungsphase Lebensgefahr.

Blutbild

Es wird zwischen dem kleinen und großen Blutbild unterschieden. Das kleine Blutbild umfasst die Untersuchung der im Blut vorhandenen Konzentrationen von Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, des Blutfarbstoffs Hämoglobin und des Hämatokrits (Anteil der Zellen am Gesamtblut).

Das große Blutbild umfasst zusätzlich zum kleinen Blutbild das Differenzialblutbild. Dies stellt eine genaue Aufschlüsselung dar, aus welchen Untergruppen sich die Leukozyten zusammensetzen.

Blutbildungsstörungen

im Knochenmark, z. B. weil zu wenige gesunde Stammzellen vorhanden sind

Blutplättchen

Thrombozyten. Kleine scheibenförmige Blutbestandteile, die helfen, Wunden zu schließen und Blutungen zu stoppen.

Chemotherapie

ursprüngliche Behandlungsform der CML mit Medikamenten (Zytostatika) vor der Einführung der Tyrosinkinase-Hemmer, bei der nicht nur die Krebszellen, sondern auch gesunde Zellen vernichtet werden

Chlorom

Grünlich durchscheinende Geschwulst, die in fortgeschrittenen oder akuten Stadien einer Leukämie durch die Ansammlung von Leukämiezellen entsteht. Sie kommen v. a. im Bereich des Knochenmarks, des Zahnfleisches und der Haut, aber auch in blutbildenden Organen vor.

Chromosom

Träger des Erbguts (DNA) im Zellkern. Chromosomen sind in Abschnitte aufgeteilt, die Gene genannt werden. Jedes Gen enthält eine „Herstellungsanweisung" für ein bestimmtes Protein, d.h. es codiert für ein Protein.

chronisch

langanhaltend; sich langsam entwickelnd

chronische Phase

Erste Krankheitsphase der CML. Die chronische Phase der CML erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre. Zu Beginn verspüren die Betroffenen oft keine oder nur geringe Symptome. Die CML bleibt gewissermaßen auf Störungen der Blutbildung beschränkt, ohne andere Organe oder den Körper als Ganzes wesentlich zu beeinträchtigen. Die meisten CML-Fälle werden in der chronischen Phase entdeckt. Aufgrund der wenig ausgeprägten Symptome handelt es sich dabei vielfach um Zufallsbefunde.

Compliance

Bezeichnet im Zusammenhang mit Patienten die Therapietreue, d.h. die Mitarbeit und Kooperation des Patienten bei der Therapie. Dazu gehört beispielsweise die Einnahme der Medikamente exakt nach Vorgaben des Arztes. Weiterhin zählt zur Compliance das Wahrnehmen von Arztterminen und Kontrolluntersuchungen. Die Compliance ist eine wichtige Voraussetzung für den Therapieerfolg.

Desoxyribonukleinsäure

Die Desoxyribonukleinsäure (kurz DNA oder DNS) ist ein in allen Lebewesen vorkommendes Biomolekül und die Trägerin der Erbinformationen. Sie enthält unter anderem die Gene, welche für die biologische Entwicklung eines Organismus und den Stoffwechsel in der Zelle notwendig sind.

Differenzialblutbild

Eine Routineuntersuchung in der medizinischen Labordiagnostik, die die zelluläre Zusammensetzung der weißen Blutkörperchen im Blut angibt. Durch Auszählung werden die prozentualen Anteile der einzelnen Blutzelltypen bestimmt.

Enzym

Ein Protein in der Zelle. Enzyme spielen eine tragende Rolle im Stoffwechsel aller lebenden Organismen: Sie katalysieren und steuern den überwiegenden Teil biochemischer Reaktionen - von der Verdauung bis hin zum Kopieren der Erbinformation.

eosinophile Granulozyten

Die Aufgabe der eosinophilen Granulozyten besteht darin, allergische Reaktionen zu begrenzen.

Erythrozyten

Rote Blutkörperchen. Sie machen den Großteil der zellulären Blutbestandteile aus und werden im Knochenmark gebildet. Ihre Funktion ist der Transport von Sauerstoff im Blut zu den Organen.

Gen

Erbfaktor. Abschnitt einer Molekülkette, bestehend aus DNA, der für bestimmte erblich bedingte Strukturen oder Funktionen eines Organismus verantwortlich ist. Die perlenschnurartig aufgereihten Gene bilden die Chromosomen, die sich im Zellkern befinden.

Granulozyten

Eine Gruppe der weißen Blutkörperchen. Sie zerstören eindringende Bakterien, die Krankheiten verursachen können.

hämatologisch

das Blut bzw. die Blutbildung betreffend

hämatologische Remission

Als vollständige hämatologische Remission (Krankheitsrückgang) wird gewertet, wenn sich die Zusammensetzung des Bluts vollständig normalisiert hat. Hat sich das Blut noch nicht vollständig normalisiert oder bestehen einige Krankheitssymptome fort, wird von einer partiellen (teilweisen) hämatologischen Remission gesprochen.

 

Hämoglobin

(Abk.: Hb.) Farbstoff der roten Blutkörperchen. Besteht aus dem eisenhaltigen Farbstoff Häm und dem Eiweißanteil Globin. Dient Bindung, Transport und Abgabe von Sauerstoff.

Immunsystem

siehe Abwehrsystem

Infusion

langsames Einfließenlassen von größeren Flüssigkeitsmengen in den Körper, z. B. durch eine Kanüle in der Vene

Initialtherapie oder Erstbehandlung

erste Therapie nach Diagnose einer Erkrankung

Interferon

ein Medikament in der Krebstherapie, das die Krebszellen an der Vermehrung hindert und das Immunsystem aktiviert

Kernspintomographie

(o.a. Magnetresonanztomographie, Abk.: MRT) Ein strahlenfreies, sehr genaues medizinisches Untersuchungsverfahren, das auf der Eigenrotation und dem resultierenden Drehimpuls der Protonen und Neutronen (Kernspin) beruht. Es gibt Aufschluss über den Zustand der Organe und Gewebe und deren Stoffwechselvorgänge. Wird oft in Ergänzung zur Computertomographie eingesetzt.

klinische Studie

Wissenschaftliche Forschungsarbeit zur Behandlung von Krankheiten beim Menschen. Muss nach strengen medizinischen und ethischen Regeln ablaufen.

Knochenmark

Der Ort, an dem die Mehrzahl der Blutzellen ständig neu gebildet wird. Es befindet sich in den inneren Hohlräumen verschiedener großer Knochen des Körpers, wie in den Knochen der Wirbelsäule, der Hüfte, der Schulter, der Rippen, des Schädels oder im Brustbein. Die im Knochenmark befindlichen Stammzellen markieren den Ausgangspunkt der Blutbildung.

Knochenmarkpunktion

Entnahme von Knochenmarkgewebe zur Untersuchung der Zellen, meist aus dem Beckenknochen oder dem Brustbein

Knochenmarktransplantation

Übertragung von Knochenmark eines Spenders auf den Patienten

Kombinationstherapie

Kombination mehrerer Verfahren bei der Behandlung eines Patienten, z. B. Verbindung von Chemo-, Strahlen- und chirurgischer Therapie

kontrollierte Studie

Durchführung (z. B. eines Behandlungsprogramms) unter Berücksichtigung aller möglichen beeinflussenden Faktoren und mit standardisierter Dokumentation

kurativ

heilend, auf Heilung ausgerichtet

Leukozyten

Die weißen Blutkörperchen. Sie haben mit der Abwehr von Krankheitserregern zu tun und beseitigen auch die durch den Zerfall von Körperzellen anfallenden Trümmer. Sie sind im Blut, im Knochenmark, in den lymphatischen Organen und anderen Körpergeweben zu finden. Leukozyten werden in drei Untergruppen eingeteilt: Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.

Leukämie

Schwere Erkrankung des weiße Blutkörperchen bildenden Gewebes in Knochenmark, Milz und Lymphknoten. Gekennzeichnet durch die außergewöhnliche Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Man unterscheidet myeloische Leukämien und lymphatische Leukämien. Eine Leukämie kann akut oder chronisch verlaufen. Die am häufigsten auftretenden Formen sind akute myeloische Leukämie (AML), akute lymphatische Leukämie (ALL), chronische myeloische Leukämie (CML) und chronische lymphatische Leukämie (CLL).

Leukämiezellen

die vom Krebs befallenen Stammzellen

lymphatisch

die Gewebsflüssigkeit (Lymphe) oder ein lymphatisches Organ (z. B. Milz, Lymphknoten, Mandeln) betreffend

Lymphknoten

Entlang der Lymphgefäße befinden sich Lymphknoten. Sie sind 0,2 bis 2 cm groß, oft bohnenförmig und von einer bindegewebsartigen Kapsel umgeben; sie sind Filter- und Entgiftungsstation für die Lymphe. In ihnen findet die Reifung der vom Knochenmark gebildeten Lymphozyten statt.

Lymphozyten

Die kleinsten weißen Blutkörperchen und wichtige Abwehrzellen des menschlichen Körpers. Nur vier Prozent der Lymphozyten erwachsener Menschen kreisen im Blut, die übrigen Lymphozyten befinden sich - je nachdem, wo sie gebildet wurden - entweder im Knochenmark oder den lymphatischen Organen (z. B. Thymus, Milz, Mandeln, Lymphknoten). Bei Bedarf werden sie in die Blutbahn abgegeben.

molekulare Diagnostik

Diagnosemethode, die informationstragende biologische Moleküle untersucht, z. B. Untersuchung der Erbsubstanz, um krank machende genetische Veränderung festzustellen

molekulargenetisch

die Moleküle der Erbmasse betreffend

molekulargenetische Remission

Veränderungen auf der Ebene des Erbgutes der Leukämiezellen sind nicht mehr nachweisbar (z. B. das BCR-ABL-Fusionsgen bei CML).

Monotherapie

Behandlung mit einer einzigen Wirksubstanz im Vergleich zu einer Kombinationstherapie, bei der mehrere Wirkstoffe kombiniert eingesetzt werden

Monozyten

Diese Zellen sind unter den weißen Blutkörperchen am besten in der Lage, Bakterien und Gewebetrümmer unschädlich zu machen. Sie zirkulieren einen bis drei Tage im Blutkreislauf. Bei Kontakt mit Infektionen wandern sie in das betroffene Gewebe.

Mutation

Veränderung der Abfolge von Bausteinen im Erbmolekül (DNA). Sie kann zu Änderungen oder Verlust der Funktion von Genen führen und damit das Verhalten von Zellen beeinflussen.

myeloisch

die normalerweise im Knochenmark erfolgende Bildung von Granulozyten (eine Form weißer Blutkörperchen) betreffend

Neutrophile Granulozyten

Wichtige Zellen im Abwehrsystem des Blutes. Sie können aufgenommene Krankheitserreger und Zelltrümmer abtöten und sie somit unschädlich machen. Dabei gehen die Granulozyten meist selbst zugrunde (Eiterbildung).

orale Einnahme

Arzneimittel über den Mund einnehmen, z. B. als Tabletten

partielle Remission

(Abk.: P.R.) Teilweise Remission (Krankheitsrückgang). Anhand der zytogenetischen Untersuchung spricht man beispielsweise von einer partiellen Remission, wenn bei 1 bis 35 % der untersuchten Zellen ein Philadelphia-Chromosomen nachweisbar ist.

PCR

Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction). Genetische Untersuchung der DNA, die einen Hinweis auf z. B. einen Gendefekt gibt.

Philadelphia-Chromosom

Charakteristisches Merkmal der CML. Krankhaft verändertes Chromosom in den Stammzellen des Knochenmarks, welches die Ursache für CML ist. Das Philadelphia-Chromosom ist das verkürzte Chromosom 22, das durch die Umlagerung eines Abschnittes vom Chromosom 9 auf Chromosom 22 (Translokation) entsteht.

Prognose

Vorhersage eines Krankheitsverlaufes aufgrund kritischer Beurteilung des gegenwärtigen Gesundheitszustands

Prognosekriterien

Faktoren, die eine ungefähre Einschätzung des weiteren Krankheitsverlaufes erlauben

Progression

Fortschreiten der Erkrankung

Remission

Das temporäre oder dauerhafte Nachlassen von Krankheitssymptomen, jedoch ohne eine Heilung zu erreichen. Darüber hinaus unterscheidet man zwischen einer Voll- (kompletten) und Teil- (partiellen) Remission.

Resistenz

Unempfindlichkeit, z. B. gegenüber einem Wirkstoff eines Medikamentes

Rezeptor

Der Rezeptor ist eine Art Antenne, an die bestimmte Botenstoffe „andocken" können. Dieser Vorgang löst in der Zelle eine Reaktion aus, z. B. die Produktion einer chemischen Substanz oder die Zellteilung.

Rezidiv

Das erneute Auftreten der Erkrankung nach einer beschwerde- und symptomfreien Zeit

Stammzellen

Blutvorläuferzellen, aus denen sich verschiedene Arten von Zelltypen entwickeln. Sie befinden sich im Knochenmark und teilweise auch im Blut.

Standardtherapie

Eine anerkannte und üblicherweise angewandte Behandlungsmethode. Ihre Wirksamkeit wurde durch vorangegangene Therapiestudien und klinische Erfahrung mehrfach belegt (z. B. die Therapie mit einem Tyrosinkinase-Hemmer bei CML).

Therapietreue

Bereitschaft eines Patienten zur Mitarbeit bei der Therapie und seine Zuverlässigkeit bei der Durchführung der Therapie (siehe auch Compliance)

Thrombozyten

Blutplättchen. Kleinste Form der Blutzellen, deren Hauptaufgabe in der Aufrechterhaltung der Blutgerinnung liegt.

Transkript

Ergebnis der Transkription. RNA-Kopie eines DNA-Abschnitts.

Transkription

„Umschreibung" der in der DNA codierten, genetischen Information in eine RNA-Kopie

Tyrosinkinase BCR-ABL

Ein Enzym, das bei der CML in veränderter Form vorliegt und das Wachstum von Leukämiezellen anregt. Bei der Therapie mit einem Tyrosinkinase-Hemmer wird dieses Enzym gezielt gehemmt.

weiße Blutkörperchen

Auch Leukozyten genannt. Wichtiger Bestandteil des körpereigenen Abwehrsystems. Es gibt Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.

zytogenetisch

Die Anzahl und Struktur der Chromosomen in den Zellen betreffend

zytogenetische Remission

Veränderungen an Chromosomen, wie z. B. dem Philadelphia-Chromosom bei CML, sind nicht mehr nachweisbar. Die Methoden der Zytogenetik sind im Vergleich zur hämatologischen Remission wesentlich empfindlicher und können eine geringe Menge verbliebener Leukämiezellen nachweisen.

Dies ist ein Service von Novartis Oncology.
Ratgeber CML
Ratgeber CML
Zum Download und Bestellen:
In dem Ratgeber CML finden Krebspatienten und Angehörige wertvolle Informationen.
mehr
Sie befinden sich hier: