CML-Therapie mit Tyrosinkinasehemmern: mögliche Nebenwirkungen selbst lindern

17.09.2009

Wie alle wirksamen medikamentösen Therapien kann auch die Therapie mit Tyrosinkinasehemmern bei CML Nebenwirkungen verursachen. Gegen einige dieser unerwünschten Wirkungen können Sie selbst etwas unternehmen.

Tipps NebenwirkungenDie Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie (CML) mit Tyrosinkinasehemmern hat einen bedeutenden Fortschritt für die Therapie dieser Erkrankung erbracht. Mit ihrer Hilfe lässt sich gezielt die Ursache der CML bekämpfen und die Krankheit kontrollieren - bei vergleichsweise guter Verträglichkeit. Aus diesem Grund werden Tyrosinkinasehemmer heute als Therapie der ersten Wahl angesehen, und dies in allen Krankheitsphasen der CML.

Die Therapie mit Tyrosinkinasehemmern kann jedoch auch zu Nebenwirkungen führen. Wir nennen Ihnen häufige unerwünschte Wirkungen von Tyrosinkinasehemmern und geben Ihnen Tipps, was Sie selbst zur Linderung beitragen können.

 

Übelkeit und Erbrechen

In einigen Fällen kann es im Zusammenhang mit der Einnahme von Tyrosinkinasehemmern zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Zum Teil können die Beschwerden durch eine - vom Arzt verordnete - veränderte Einnahme der Medikamente behoben werden. Sie selber können versuchen, die Beschwerden durch das Trinken von Pfefferminz-, Kamillen-, Melissen- oder Ingwertee zu lindern. Ingwertee gibt es beispielsweise in Apotheken oder Reformhäusern.

 

Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)

Ödeme können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten. Achten Sie aufmerksam auf Veränderungen an Ihrem Körper, um Wasseransammlungen frühzeitig festzustellen. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig Ihr Körpergewicht, da eine plötzliche Gewichtszunahme auf eine Wasseransammlung hinweisen kann.

Generell ist es günstig, sich bei Wasseransammlungen im Körper salzarm zu ernähren. Meiden Sie deshalb größere Mengen von Lebensmitteln wie Wurst, Käse, Fertiggerichten und salzigen Knabbereien. Zudem können Sie beispielsweise durch den vermehrten Verzehr von gekochtem, ungesalzenem Reis mit gedünstetem Obst oder Gemüse dazu beitragen, die Ausscheidung von eingelagertem Wasser zu erhöhen.

 

Hautausschlag

Bei Hautausschlag oder juckender Haut können Sie folgende Hinweise beherzigen:

  • Verwenden Sie keine parfümierten Bade- oder Pflegeprodukte wie Cremes
  • Nutzen Sie Pflegeprodukte mit Nachtkerzenöl, Borretschsamen, Harnstoff oder Panthenol
  • Bevorzugen Sie rückfettende Pflegeprodukte auf Pflanzen-Ölbasis
  • Cremen Sie Ihre Haut nach dem Duschen immer ein
  • Meiden Sie den Besuch von Schwimmbädern (chlorhaltiges Wasser)
  • Tragen Sie leichte, nicht eng anliegende Baumwoll- bzw. Naturfaser-Kleidung

Legen Sie bei entsprechender Witterung zudem Wert auf einen konsequenten Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, um Ihre Haut vor zusätzlichen Irritationen zu schützen.

 

Muskelkrämpfe oder Muskelschmerzen

Je nach verwendetem Präparat können durch Tyrosinkinasehemmer Muskelschmerzen bzw. Muskelkrämpfe auftreten. Dehnen oder massieren Sie bei akut auftretenden Muskelkrämpfen oder -schmerzen den betroffenen Muskel. Diese Maßnahme regt ebenso wie Wechselduschen der Beine die Durchblutung der Muskulatur an, was hilft, die Beschwerden zu vermindern. Achten Sie zudem auf eine mineralstoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, da Muskelbeschwerden unter Umständen durch einen Mangel an Mineralstoffen entstehen können.

 

Müdigkeit

Durch die Therapie mit Tyrosinkinasehemmern kann es zu vermehrter Müdigkeit kommen. In diesem Fall können Sie Folgendes unternehmen:

  • Achten Sie auf eine regelmäßige Nahrungsaufnahme
  • Gehen Sie viel an die frische Luft und lassen Sie Tageslicht an Ihre Haut
  • Gönnen Sie sich Ruhepausen. Diese sollten aber nicht länger als eine halbe Stunde sein, sonst könnte die Nachtruhe gestört sein
  • Erstellen Sie einen Tagesplan, den Sie einhalten können
  • Betreiben Sie Sportarten wie Walking oder Gymnastik

Zudem kann es sinnvoll sein, eine Entspannungstechnik wie Yoga, Qui Gong oder autogenes Training zu erlernen. Dadurch können Sie Ihre Ruhephasen sinnvoll nutzen und Ihrem Körper gleichzeitig Energie zuführen.

 

Sport als ganzheitliche Vorbeugung

Treiben Sie regelmäßig Sport, um Nebenwirkungen vorzubeugen bzw. diese zu reduzieren. Regelmäßige sportliche Aktivität wirkt ganzheitlich positiv auf Ihren Körper, steigert das Wohlbefinden und stabilisiert die Psyche. Zudem stärkt sie das Immunsystem und senkt dadurch das Infektionsrisiko. Jedoch sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie aktiv werden. Er kann Ihnen sagen, ob und welcher Sport im Moment für Sie geeignet ist.

 

Keine Entscheidung ohne Ihren Arzt

Trotz dieser Ratschläge zur Linderung häufig auftretender Nebenwirkungen: Kontaktieren Sie bei länger anhaltenden oder unklaren Beschwerden immer Ihren Arzt. Falls Sie Nebenwirkungen bei sich feststellen, sollten Sie zudem niemals mit der Einnahme Ihrer Medikamente aussetzen oder die verordnete Dosierung und Einnahmeweise verändern. Nur Ihr Arzt kann entscheiden, ob eine geänderte Anwendung, eine Dosisanpassung oder das Absetzen der Medikamente erforderlich ist, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Andernfalls riskieren Sie, dass die Tyrosinkinasehemmer nicht richtig wirken. Von Ihrer Therapietreue hängt letztendlich der Therapieerfolg ab. Bei weiteren Fragen zu Nebenwirkungen wenden Sie sich gerne an die Gesundheitsexperten unserer CML-Hotline.

Quellen: Produktfachinformationen
Lebenshaus-Ratgeber
Patientenbroschüre „Leben mit CML“

Stand: 04.08.09
Autor: Torben Riener

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