Bis vor wenigen Jahren sollten Leukämie-Patienten von körperlicher Aktivität eher absehen, um kein Blutungsrisiko einzugehen. Heute wird auch ihnen zu Bewegung geraten – in der richtigen Dosierung.
Sport und Bewegung können das Erkrankungsrisiko bei Lungen-, Brust-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Gebärmutterkrebs senken, den Behandlungserfolg verbessern und das Rückfallrisiko vermindern. Dennoch galt bis vor wenigen Jahren, dass körperliche Aktivität für Leukämie-Patienten ein zu hohes Risiko darstelle. Insbesondere Störungen der Blutgerinnung etwa aufgrund einer verringerten Zahl von Blutplättchen wurden als Gefahrenquelle angesehen.
Diese Auffassung ist mittlerweile jedoch geändert worden. Selbst während der Hochdosis-Chemotherapie vor einer Knochenmarktransplantation werden heutzutage leichte Bewegungsübungen eingesetzt, um die Patienten zu aktivieren und zu einer tieferen Atmung anzuregen. Dadurch kann die Gefahr lebensgefährlicher Lungenentzündungen verringert werden.
Sport und Bewegung stellen somit einen Weg dar, auf dem die Betroffenen gegen ihre Erkrankung aktiv werden und Selbstbestimmung zurückgewinnen können.
Bei Leukämie werden grundsätzlich Ausdauersportarten empfohlen. Dazu zählen insbesondere
Diese Sportarten können mit entsprechenden Trainingsgeräten auch bei Klinikaufenthalten und zu Hause ausgeübt werden. Die körperliche Belastung lässt sich gut steuern und an die individuelle Leistungsfähigkeit anpassen.
Wichtig ist es, Überbeanspruchungen zu vermeiden. Das gilt in besonderem Maße, wenn die Patienten eine verringerte Zahl von Blutplättchen im Blut aufweisen. Denn dann besteht eine erhöhte Blutungsgefahr. Der Puls sollte grundsätzlich nicht über 150 Schläge pro Minute ansteigen und der Blutdruck Werte von 160 zu 100 nicht überschreiten.
Die größte Gefahr für Leukämie-Patienten geht beim Sport von Blutungen und Infektionen aus. Gruppensport, bei denen es zu Körperkontakten kommt, und Sportarten, die mit Schlägen oder Stößen verbunden sein können, sollten daher nur vorsichtig und in abgeschwächter Form betrieben werden, um Blutungen zu vermeiden. Hierzu gehören Fußball, Handball, Volleyball oder Kampfsportarten.
Auf Belastungsspitzen und Bewegungsformen, die zu einem starken Anstieg des Blutdrucks führen, wie etwa Krafttraining oder Gewichtheben, sollten Leukämie-Patienten verzichten.
Zudem sollten sie in Zeiten einer erhöhten Infektanfälligkeit von Besuchen im Schwimmbad und in der Sauna absehen. Bei Gruppensportarten kann die Ansteckungsgefahr durch Tragen eines Mundschutzes verringert werden.
Sport kann dann seine Wirkung am besten entfalten, wenn er regelmäßig und konsequent ausgeübt wird. Dann passen sich die Organe an die sportliche Belastung an und werden kräftiger. Das Immunsystem wird widerstandsfähiger und kann so helfen, Komplikationen vorzubeugen.
Für CML-Patienten ist es außerdem wichtig, die verordneten Medikamente regelmäßig und diszipliniert einzunehmen. Denn nur dann können sie dazu beitragen, ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern.