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CML-Diagnose bei einem geliebten Menschen: sprechen Sie mit ihm darüber

01.10.2010

Die Diagnose CML ist nicht nur für Betroffene eine große psychische Belastung, sondern wirkt auch tiefgreifend auf den Lebenspartner oder nahestehende Freunde. In dieser Situation ist es wichtig, die eigenen Sorgen und Bedürfnisse zu beachten und offen miteinander zu reden.

CML-Diagnose bei einem geliebten Menschen: sprechen Sie mit ihm darüber Angehörige und enge Freunde von Betroffenen mit chronisch myeloischer Leukämie (CML) sind in der Regel bestürzt, wenn sie von der Diagnose erfahren. Dies liegt auch daran, dass mit dem Thema Krebs tief verwurzelte negative Assoziationen verbunden sind. CML ist heute jedoch häufig gut zu beherrschen und hat sich dank neuer Therapien zu einer chronischen Erkrankung entwickelt, mit der Patienten gut leben können. In vielen Fällen können die Auswirkungen der Krankheit auf die Lebensqualität relativ gering gehalten werden.

 

Die Auseinandersetzung mit der Erkrankung eines geliebten Menschen

Die medizinischen Fortschritte ändern jedoch nichts daran, dass die Diagnose zunächst eine enorme psychische Belastung darstellt. Dies trifft nicht nur auf den Patienten selbst zu, sondern auch das nahe Umfeld muss sich mit der schwierigen Situation auseinandersetzen.

Sorgen um den Kranken treten in den Vordergrund. Die Erkrankung zwingt zu einer Neuausrichtung des Lebens. Jüngere CML-Patienten und deren Partner werden eventuell während der Familienplanung oder in einer entscheidenden Phase des Berufslebens von dem Krebs eingeholt. Die Rolle und Funktion innerhalb der Familie und des Freundeskreises verändern sich sowohl für den Patienten als auch für seine Angehörigen. Zusätzlich kann die Unsicherheit gegenüber der unbekannten Erkrankung belastend wirken, von der die meisten Patienten und Angehörigen vor der Diagnose noch nie etwas gehört haben. Das alles erfordert ein hohes Maß an Kraft und Anpassungsfähigkeit.

Deshalb ist es besonders für Partner wichtig, mit dem Betroffenen über die eigenen Sorgen, Ängste und Zweifel zu sprechen. Doch häufig bestehen Zweifel, was man dem Patienten "zumuten" kann und ob man ihn mit seinen eigenen Ängsten zusätzlich belasten sollte.

 

Das Gespräch mit dem erkrankten Partner

In der ersten Zeit nach der Diagnose einer CML ist eine gewisse Unsicherheit darüber, wie man das Thema angehen und besprechen soll, ganz normal. Dennoch ist es wichtig, sich gemeinsam mit der neuen Situation auseinanderzusetzen. Denn das Verdrängen der Erkrankung und ein beiderseitiges Herunterschlucken von Ängsten und Sorgen führen in der Regel dazu, dass das Unbehagen und die Unsicherheit sich verstärken.

Viele Angehörige tragen belastende Gedanken unnötig lange mit sich herum, um den Betroffenen nicht durch ein offenes Gespräch zu überfordern. Machen Sie sich bei allem gebotenen Fingerspitzengefühl bewusst, dass eine lange Zeit vergehen kann, bis der vermeintlich perfekte Zeitpunkt für eine offene Unterhaltung gekommen ist. Schieben Sie wichtige Gespräche deshalb nicht auf.

Bedenken Sie, dass der Partner ebenso verunsichert sein kann, wie Sie wohl mit der Situation zurechtkommen. Ein offenes Gespräch hilft also nicht nur Ihnen, sondern gibt auch Ihrem Partner Klarheit. So können Sie sich gemeinsam gegen die Krankheit verbünden.

 

Tipps für die Zeit nach der Diagnose

  • Nehmen Sie die Erkrankung Ihres Partners ernst, aber unterhalten Sie sich mit ihm auch über z. B. Ereignisse im Beruf oder in der Freizeit. Die meisten Erkrankten sind dankbar für diese Ablenkung.
  • Lassen Sie Ihre Angst zu und scheuen Sie sich nicht, diese Ihrem Partner zu zeigen. Verbergen Sie auch nicht Ihre Tränen, wenn Sie weinen müssen. Manchen Menschen tut die Erfahrung gut, in schwierigen Situationen gemeinsam weinen zu können.
  • Nach Diagnose einer CML-Erkrankung bestehen viele Fragen zur Erkrankung und den Therapiemöglichkeiten. Dieses anfängliche Nichtwissen ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Ängsten und Unsicherheit. Begleiten Sie daher Ihren Partner zu Arztbesuchen und scheuen Sie sich nicht, dem Arzt Ihre Sorgen und Anliegen vorzutragen und sich über Therapien und Untersuchungsergebnisse zu informieren. Krebsexperten sind offen für Gespräche mit Angehörigen, da sie wissen, dass die Erkrankung immer auch das Umfeld des Patienten betrifft.
  • Überlegen Sie, in welchen Situationen Sie und Ihr Partner in der Regel gut ins Gespräch kommen (Spaziergang, Essen etc), und stellen Sie eine vertraute Gesprächssituation her.
  • Schlagen Sie Ihrem Partner vor, gemeinsam mit Ihnen etwas Schönes zu unternehmen. So können Sie den belastenden Alltag einmal hinter sich lassen.
  • Verzeihen Sie sich, wenn Sie zwischenzeitlich Ihrem Partner gegenüber negative Emotionen wie Zorn verspüren oder sich ungerecht verhalten. Solche Gedanken und Verhaltensweisen können auftreten und sind häufig Ausdruck der persönlichen Auseinandersetzung, die eine CML-Erkrankung mit sich bringen kann.
  • Geben Sie auf sich selbst Acht: Trotz aller Unterstützung und Anteilnahme für Ihren Partner sollten Sie auch an sich denken und zwischendurch bewusst schöne Dinge unternehmen. Wenn Sie sich rund um die Uhr mit der Krankheit Ihres oder Ihrer Liebsten auseinandersetzen, tun Sie weder sich noch ihm oder ihr einen Gefallen.


Tipps für Freunde und Verwandte

Nicht nur der Partner, sondern auch die weitere Familie und der engere Freundeskreis reagieren in der Regel sehr betroffen, wenn Sie von einer Krebserkrankung eines Verwandten bzw. Freundes hören. Viele der Hinweise für den Partner gelten auch für dieses erweiterte Umfeld eines CML-Patienten. Zusätzlich gilt es für diese Gruppe jedoch, einige Dinge zu beachten:

  • Je nachdem, welches Verhältnis Sie zum Betroffenen haben, ist er sicherlich erleichtert, mit Ihnen über Sorgen, Ängste oder seinen Gesundheitszustand reden zu können. Dennoch sind an einer CML erkrankte Menschen häufig froh darüber, mit ihrem erweiterten Bekanntenkreis auch über andere Dinge zu reden und dadurch "den Kopf freizubekommen". Drängen Sie Betroffene deshalb nicht darauf, über die Erkrankung zu sprechen.
  • Ein Hilfsangebot zeigt dem Betroffenen, dass Sie an ihn denken und bereit sind, in schwierigen Zeiten für ihn da zu sein. Beharren Sie jedoch nicht darauf zu helfen und reagieren Sie nicht gekränkt, wenn Ihr Angebot abgelehnt wird. Unter Umständen ist im Moment keine zusätzliche Unterstützung notwendig. Vielleicht möchte der Erkrankte sich auch nicht seine Eigenständigkeit nehmen lassen und gewisse Dinge weiter selbst erledigen.


Hilfe suchen: Sie sind nicht allein!

Falls Sie nicht wissen, wie Sie als Partner oder sonstiger Angehöriger mit der CML-Erkrankung umgehen sollen, suchen Sie das Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder informieren Sie sich bei einer onkologischen Selbsthilfegruppe. Sie können auch Kontakt zu einem Psychoonkologen aufnehmen, der auf die Unterstützung bei der Bewältigung einer Krebserkrankung spezialisiert ist. Besonders für Kinder, die die Erkrankung eines Elternteils verarbeiten müssen, kann diese Hilfe sehr wertvoll sein. Diese speziell ausgebildeten Fachleute gibt es an vielen onkologischen Zentren. Weitere Informationen sowie Adressen dazu erhalten Sie z. B. unter www.dapo-ev.de.

Quellen: Deutsche Krebshilfe: Die blauen Ratgeber (42): Hilfen für Angehörige
(Stand: 08/2009); Lebensmut: Magazin für Mitglieder und Freunde (Dezember 2006)
Stand: 29.10.2009
Autor: Torben Riener/Martina Waitz

Dies ist ein Service von Novartis Oncology.
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