Moderne Therapie ermöglicht ein langes und gutes Leben trotz CML

11.07.2008

Neue Behandlungsmethoden haben der CML viel von ihrem Schrecken genommen. Aus einem tödlichen Blutkrebs ist eine chronische Krankheit geworden.

Opa_mit_KindernSeit der Einführung der Tyrosinkinasehemmer haben sich die Behandlungsaussichten bei chronischer myeloischer Leukämie (CML) – einer Form des Blutkrebses – drastisch verbessert. Die Erfolgsaussichten steigen, je früher mit der Therapie begonnen wird.

 

 

Die CML möglichst frühzeitig behandeln

Grundsätzlich gilt für alle CML-Behandlungsverfahren: Die Erfolgsaussichten sind umso höher, je frühzeitiger mit der Therapie begonnen wird. Eine Behandlung, die noch während der chronischen Phase der Erkrankung beginnt, ist im Durchschnitt also erfolgreicher als eine, die erst im Stadium der Akzelerationsphase oder der Blastenkrise einsetzt. Auch wenn heutzutage erheblich bessere Behandlungsaussichten bestehen als noch vor wenigen Jahren, sollte die Behandlung deshalb nicht unnötig verzögert werden.

 

Behandlungsaussichten vor der Einführung der Tyrosinkinasehemmer

Die chronische myeloische Leukämie (CML) ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Unbehandelt führt sie in der Regel binnen drei bis fünf Jahren zum Tod. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden erste Fortschritte hinsichtlich der Behandlung der CML gemacht. Durch den Einsatz von Chemotherapeutika etwa ab Mitte der 1950er Jahre konnte das Überleben der Patienten zunächst nur geringfügig verlängert werden.

Fortschritte brachte die Behandlung mit Interferon alpha seit den frühen 1980er Jahren, zum Teil in Kombination mit geeigneten Chemotherapeutika.

Mit der Stammzelltransplantation stand seit 1975 erstmals ein Behandlungsverfahren zur Verfügung, das die CML potenziell heilen kann. Allerdings hat die Stammzelltransplantation aufgrund ihrer Belastungen und der Schwierigkeit, einen geeigneten Spender zu finden, stets nur für einen Teil der CML-Patienten eine Behandlungsoption dargestellt. Bis heute ist sie mit einer erheblichen Sterblichkeit verbunden.

Dauerhaft mit CML leben: Standardtherapie mit Tyrosinkinasehemmer

Einen bedeutsamen Fortschritt in der Behandlung der CML bedeutete die Erprobung und Einführung eines speziellen Tyrosinkinasehemmers. Erstmals in der Geschichte der Behandlung von Krebs war ein Wirkstoff entwickelt worden, der gezielt die krebsauslösenden Prozesse in den erkrankten Körperzellen angreift. Die Erfolge der neuen Behandlung waren so durchschlagend, dass noch während der Erprobung des Medikaments die Mehrzahl der CML-Patienten, die zu Vergleichszwecken mit einer Interferonkombinationstherapie behandelt worden waren, auf das neue Medikament umgestellt wurde. Dieser Wirkstoff entspricht heute der Standardtherapie bei CML.

Die Ergebnisse nach sechsjähriger Therapie sprechen eine deutliche Sprache. Nahezu 9 von 10 Patienten sind nach sechs Jahren unter der Standardtherapie noch am Leben. 82% der CML-Patienten zeigen nach sechs Jahren ein vollständiges zytogenetisches Ansprechen.

Darüber hinaus ist im sechsten Therapiejahr unter der Standardtherapie kein Fortschreiten der Krankheit in die Akzelerationsphase oder die Blastenkrise festzustellen. Der Übergang in die fortgeschrittenen Krankheitsphasen wird mit zunehmender Behandlungsdauer immer seltener.

 

Hohe Lebensqualität trotz CML

Die Standardtherapie mit dem speziell entwickelten Tyrosinkinasehemmer führt nicht zur Heilung der CML, aber sie hat die Bedrohlichkeit dieser Erkrankung enorm verringert. Das Medikament muss nach heutigem Kenntnisstand lebenslang eingenommen werden, um ein Wiederaufflackern der CML zu verhindern und die Entwicklung von resistenten Leukämiezellen zu vermeiden, die nicht mehr auf die Therapie ansprechen. Die Betroffenen müssen sich deshalb auf ein Leben mit Medikamenten einstellen. In den meisten Fällen kommt es dadurch aber kaum zu Einschränkungen für die Patienten. Sie können ein ganz normales Leben führen.

 

Was kann getan werden, wenn die CML auf die Standardtherapie nicht oder nicht mehr anspricht?

Bei einem geringen Teil der CML-Patienten zeigt die Behandlung mit dem Wirkstoff der Standardtherapie nicht die erwünschte Besserung oder verliert ihre Wirkung. Hintergrund dieses Phänomens sind häufig spezielle Veränderungen am Bcr-Abl Eiweiß, die verhindern können, dass der Wirkstoff wirkt. In diesem Fall spricht man von Wirkstoff-Resistenz. Außerdem gibt es eine kleine Gruppe von CML-Patienten, welche die Therapie schlecht vertragen und deshalb das Medikament dauerhaft absetzen müssen (Wirkstoff-Unverträglichkeit). Für erwachsene CML-Patienten mit Resistenz oder Unverträglichkeit stehen alternative Tyrosinkinasehemmer zur Verfügung.

Für Patienten mit CML stehen somit verschiedene wirkungsvolle Therapien zur Verfügung, die an die besondere Gesundheitssituation der Betroffenen und den jeweiligen Verlauf der Erkrankung angepasst werden können. Auch wenn sie, mit Ausnahme der Stammzelltransplantation, keine endgültige Heilung der CML bewirken können, ermöglichen sie doch in der Mehrzahl der Fälle ein langes und gutes Leben mit der Erkrankung.

 

Quelle: Nach Informationen der Deutschen Leukämie- & Lymphomhilfe, der Fachzeitschrift „Blood", Novartis u.a.
Autor: Jan Groh
Stand: 11-07-2008


Share | |
  • Schriftgröße
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Kostenfreie CML-Hotline
CML Newsletter
Ratgeber CML
Ratgeber CML
Zum Download und bestellen
In dem Ratgeber CML finden Krebspatienten und Angehörige wertvolle Informationen.
mehr
Expertenrat CML
Expertenrat CML
Haben Sie Fragen?
Im Expertenrat CML können Sie Fragen an unsere Ärzte stellen - kostenlos und anonym.
mehr