"Sanft", "komplementär", "natürlich" - diese Begriffe tauchen auf, wenn es um mögliche Alternativen zu schulmedizinischen Krebstherapien geht. Doch was steckt wirklich dahinter? Und wie wirksam sind die Methoden?
Operation, Bestrahlung und Chemotherapie - das sind die drei schulmedizinischen Standardverfahren in der Tumortherapie. Dank ihrer ständigen Weiterentwicklung und vor allem durch die Einführung neuer, hoch wirksamer Medikamente haben sich die Überlebensaussichten von Krebspatienten im Vergleich zu früher deutlich verbessert.
Operation, Bestrahlung und Chemotherapie - das sind die drei schulmedizinischen Standardverfahren in der Tumortherapie. Dank ihrer ständigen Weiterentwicklung und vor allem durch die Einführung neuer, hoch wirksamer Medikamente haben sich die Überlebensaussichten von Krebspatienten im Vergleich zu früher deutlich verbessert.
Patienten, die in der Klinik zum Beispiel operiert oder bestrahlt werden, erleben sich selbst jedoch häufig als sehr passiv. Einige verspüren daher den Wunsch, aktiv zu werden und zusätzlich etwas gegen ihre Erkrankung zu unternehmen. Dies ist ein Grund, weshalb sich Krebspatienten oder ihre Angehörigen für alternative Behandlungsmethoden interessieren. Außerdem sind die herkömmlichen Therapieverfahren häufig mit starken Nebenwirkungen verbunden. Alternative Verfahren gelten dagegen als besser verträglich und "sanft".
Durch die Informationsfülle in den Massenmedien und im Internet bereitet es heute keine Probleme mehr, sich Informationen über alternative Methoden zu beschaffen oder bestimmte Produkte zu bestellen. Doch Vorsicht - für den Laien ist es sehr schwer, zwischen seriösen Methoden, die teilweise auch von Schulmedizinern akzeptiert werden, und Scharlatanerie zu unterscheiden. Experten warnen insbesondere vor Präparaten mit "exotischer" Herkunft, vor Methoden, die gegen eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen wirken sollen oder solchen, die sogar eine Heilung versprechen.
Verwirrung stiften zudem die zahlreichen verschiedenen Bezeichnungen. Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen alternativen und komplementären Behandlungsmethoden.
Alternative Methoden werden von ihren Befürworten als Ersatz für eine schulmedizinische Behandlung angepriesen. Komplementäre Behandlungsformen dagegen sollen unterstützend zu einer herkömmlichen Krebstherapie eingesetzt werden. Die Vertreter dieser sogenannten Komplementäronkologie erkennen grundsätzlich den Nutzen der Schulmedizin an, möchten aber mit ihren Methoden zum Beispiel die Nebenwirkungen abmildern oder die Heilungschancen optimieren.
Unter Schulmedizinern werden derartige Verfahren kontrovers diskutiert - vor allem dann, wenn sie Methoden mit nachgewiesener Wirksamkeit ersetzen sollen und/oder die Wirksamkeit der alternativen bzw. komplementären Verfahren nicht durch wissenschaftliche Studien belegt ist. Doch viele Ärzte stehen insbesondere der Komplementäronkologie auch aufgeschlossen gegenüber. Vorausgesetzt, durch ihren Einsatz wird der Erfolg der herkömmlichen Therapie nicht gefährdet. Denn komplementäre Medikamente können beispielsweise die Wirksamkeit der Krebstherapie beeinflussen.
So setzt Johanniskraut die Wirksamkeit des Zytostatikums Irinotecan herab. Bei einer antihormonellen Therapie, die bei Brustkrebs zum Einsatz kommt, können Präparate mit Soja, Knoblauch, Ginkgobiloba, Echinacin, Baldrian und anderen pflanzlichen Östrogenen die Wirksamkeit beeinträchtigen. Auch Wirkungsverstärkungen sind möglich, beispielsweise erhöht das Trinken von Grapefruitsaft die Wirkspiegel von einigen Medikamenten. Es ist daher sehr wichtig, dass der Patient eine komplementäre Methode nicht alleine anwendet, sondern mit seinem behandelnden Arzt spricht, wenn er den Wunsch danach verspürt.