Leukämie beschreibt nicht eine einzelne Erkrankung, sondern steht als Sammelbegriff für bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems. Alle Arten der Leukämie sind gekennzeichnet durch eine unkontrollierte Erhöhung der weißen Blutkörperchen im Blut.
Blut besteht aus zellfreier Flüssigkeit (Blutplasma) und den Blutzellen (rote Blutkörperchen, Blutplättchen und weiße Blutkörperchen). Da Blutzellen nur eine begrenzte Lebensdauer haben, müssen sie ständig neu gebildet werden. Alle Blutzellen entstehen über mehrere Vorstufen (Blasten) aus Stammzellen im Knochenmark. Aus einer Stammzelle können sich alle drei Arten von Blutzellen entwickeln.
Wo wird das Blut gebildet, welche Aufgaben erfüllt es und welche Unregelmäßigkeiten in der Blutbildung können bei einer CML auftreten?
Blutbildung und CML
Der Begriff Leukämie beschreibt nicht eine einzelne Erkrankung, sondern steht als Sammelbegriff für bösartige (maligne) Erkrankungen des blutbildenden Systems. Leukämie heißt übersetzt „weißes Blut”, da bei diesen Erkrankungen meist zu viele weiße Blutkörperchen (Leukozyten = weiße Zellen) im Blut vorliegen. Die verschiedenen Leukämien unterscheiden sich hinsichtlich Häufigkeit, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten zum Teil stark voneinander.
Die häufigsten Leukämien betreffen entweder die myeloischen oder die lymphatischen Zellen. Man unterscheidet jeweils eine akute von einer chronischen Verlaufsform:
Myeloische Leukämien (griech. myelon = Mark) gehen meist von Vorläuferzellen der Granulozyten im Knochenmark aus, lymphatische Leukämien von Vorläuferzellen der Lymphozyten. Leukämien sind im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen, wie z. B. der Brust, des Dickdarms oder der Lunge, relativ selten. In Deutschland machen sie etwa 3 % aller Tumorerkrankungen aus (weitere Informationen zur Häufigkeit von CML).
Ursache der Leukämie ist eine Veränderung des Erbgutes (bei CML das so genannte Philadelphia-Chromosom) in den Stammzellen oder Vorläuferzellen der betroffenen Blutzellen. Die veränderten (entarteten) weißen Blutkörperchen wachsen und vermehren sich unkontrolliert. Diese Leukämiezellen können in großer Zahl ins Blut ausgeschwemmt werden. Dadurch kann die Bildung gesunder und funktionstüchtiger Blutzellen regelrecht verdrängt werden.
Je nach Art der Leukämie befinden sich die Krebszellen zudem in einem unreifen Zustand (leukämische Blasten), d. h. in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung. Diese krankhaft veränderten Blutzellen können ihre natürliche Funktion im Immunsystem nicht ausreichend übernehmen.
Chronische Leukämie
Kennzeichen der chronischen Leukämien (wie CML oder CLL) sind:
Bei chronischen Leukämien ist ein Großteil der myeloischen oder lymphatischen Zellen relativ ausgereift. Deswegen sind die Beschwerden oft gering. Doch je nach Erkrankungsstadium können auch mehr als 20 % unreife Zellen im Knochenmark und im Blut vorliegen. In diesen Fällen können die Symptome einer chronischen Leukämie denen einer akuten Leukämie ähneln.
Akute Leukämie
Bei einer akuten Leukämie (wie AML oder ALL)
Die Störung der Blutbildung hat eine starke Vermehrung unreifer Zellen zur Folge, Die Zellen sind dann nicht voll funktionstüchtig.
Wenn bei einer akuten Leukämie nicht bald mit einer Behandlung begonnen wird, verdrängen die unausgereiften Zellen die normale Blutbildung, so dass die Erkrankung sehr schnell voranschreitet und schon nach wenigen Wochen zum Tode führen kann.
Neben den chronischen und akuten Leukämien gibt es noch einige seltenere Leukämieformen. Auch Vorstufen von Leukämien, die sogenannten myelodysplastischen Syndrome (MDS), sind bekannt. Letztere können, müssen aber nicht, in eine Leukämie übergehen. Mehr Informationen zu MDS finden Sie unter www.leben-mit-transfusionen.de.
Auf der Webseite www.leben-mit-cml.de können Sie sich ausführlich über die Leukämieform CML informieren.
Eine CML wird häufig zufällig entdeckt. Sie entwickelt sich schleichend und verläuft in drei Phasen. Ziel der Therapie ist es, ein Fortschreiten in die nächste Krankheitsphase zu verhindern. Mit so genannten Tyrosinkinasehemmern ist die CML heute meist gut behandelbar. Voraussetzung für den Therapieerfolg ist – wie auch bei anderen Erkrankungen – dass die Therapie konsequent eingehalten wird und die Medikamente regelmäßig genommen werden.