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Chronisch oder akut, myeloisch oder lymphatisch - die verschiedenen Formen der Leukämie

28.02.2011

Leukämie beschreibt nicht eine einzelne Erkrankung, sondern steht als Sammelbegriff für bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems. Alle Arten der Leukämie sind gekennzeichnet durch eine unkontrollierte Erhöhung der weißen Blutkörperchen im Blut.

Blut besteht aus zellfreier Flüssigkeit (Blutplasma) und den Blutzellen (rote Blutkörperchen, Blutplättchen und weiße Blutkörperchen). Da Blutzellen nur eine begrenzte Lebensdauer haben, müssen sie ständig neu gebildet werden. Alle Blutzellen entstehen über mehrere Vorstufen (Blasten) aus Stammzellen im Knochenmark. Aus einer Stammzelle können sich alle drei Arten von Blutzellen entwickeln.

Ein Teil der Vorläuferzellen reift im Knochenmark weiter bis zu ihrer fertigen, funktionsfähigen Form (myeloische Zellen). Der andere Teil reift in den sogenannten lymphatischen Geweben wie z. B. Lymph­knoten oder Milz heran (lymphatische Zellen).

Bei der Leukämie sind vor allem die weißen Blutkörperchen betroffen. In den meisten Fällen vermehren sie sich unkontrolliert und reifen nicht mehr vollständig aus.

 

Leukämie – der „weiße Blutkrebs”

Der Begriff Leukämie beschreibt nicht eine einzelne Erkrankung, sondern steht als Sammelbegriff für bösartige (maligne) Erkrankungen des blutbildenden Systems. Leukämie heißt übersetzt „weißes Blut”, da bei diesen Erkrankungen meist zu viele weiße Blutkörperchen (Leukozyten = weiße Zellen) im Blut vorliegen. Die verschiedenen Leukämien unterscheiden sich hinsichtlich Häufigkeit, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten zum Teil stark voneinander.

Die häufigsten Leukämien betreffen entweder die myeloischen oder die lymphatischen Zellen. Man unterscheidet jeweils eine akute von einer chronischen Verlaufsform:

  • AML (akute myeloische Leukämie)
  • ALL (akute lymphatische Leukämie)
  • CML (chronische myeloische Leukämie)
  • CLL (chronische lymphatische Leukämie)

Myeloische Leukämien (griech. myelon = Mark) gehen meist von Vorläuferzellen der Granulozyten im Knochenmark aus, lymphatische Leukämien von Vorläuferzellen der Lymphozyten. Leukämien sind im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen, wie z. B. der Brust, des Dickdarms oder der Lunge, relativ selten. In Deutschland machen sie etwa 3 % aller Tumorerkrankungen aus (weitere Informationen zur Häufigkeit von CML).

 

Zu viele weiße Blutkörperchen im Blut

Ursache der Leukämie ist eine Veränderung des Erbgutes (bei CML das so genannte Philadelphia-Chromosom) in den Stammzellen oder Vorläuferzellen der betroffenen Blutzellen. Die veränderten (entarteten) weißen Blutkörperchen wachsen und vermehren sich unkontrolliert. Diese Leukämiezellen können in großer Zahl ins Blut ausgeschwemmt werden. Dadurch kann die Bildung gesunder und funktionstüchtiger Blutzellen regelrecht verdrängt werden.

Je nach Art der Leukämie befinden sich die Krebszellen zudem in einem unreifen Zustand (leukämische Blasten), d. h. in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung. Diese krankhaft veränderten Blutzellen können ihre natürliche Funktion im Immunsystem nicht ausreichend übernehmen.

 

Chronische und akute Leukämien

Chronische Leukämie

Kennzeichen der chronischen Leukämien (wie CML oder CLL) sind:

  • Sie beginnen schleichend. Das Blutbild verändert sich nur langsam.
  • Symptome treten häufig erst nach Jahren auf.
  • Sie werden häufig zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Bei chronischen Leukämien ist ein Großteil der myeloischen oder lymphatischen Zellen relativ ausgereift. Deswegen sind die Beschwerden oft gering. Doch je nach Erkrankungsstadium können auch mehr als 20 % unreife Zellen im Knochenmark und im Blut vorliegen. In diesen Fällen können die Symptome einer chronischen Leukämie denen einer akuten Leukämie ähneln.


Akute Leukämie

Bei einer akuten Leukämie (wie AML oder ALL)

  • erfolgt die Störung des Blutbildes rasch und drastisch,
  • führt die Erkrankung schnell zu Beschwerden (allgemeine Schwäche, Blässe, Fieber, Nachtschweiß oder Entzündung der Mundschleimhaut).

Die Störung der Blutbildung hat eine starke Vermehrung unreifer Zellen zur Folge, Die Zellen sind dann nicht voll funktionstüchtig.

Wenn bei einer akuten Leukämie nicht bald mit einer Behandlung begonnen wird, verdrängen die unausgereiften Zellen die normale Blutbildung, so dass die Erkrankung sehr schnell voranschreitet und schon nach wenigen Wochen zum Tode führen kann.

 

Myelodysplastische Syndrome (MDS) und seltene Leukämieformen

Neben den chronischen und akuten Leukämien gibt es noch einige seltenere Leukämieformen. Auch Vorstufen von Leukämien, die sogenannten myelodysplastischen Syndrome (MDS), sind bekannt. Letztere können, müssen aber nicht, in eine Leukämie übergehen. Mehr Informationen zu MDS finden Sie unter www.leben-mit-transfusionen.de.

 

Weiterführende Informationen über CML

Auf der Webseite www.leben-mit-cml.de können Sie sich ausführlich über die Leukämieform CML informieren.

Eine CML wird häufig zufällig entdeckt. Sie entwickelt sich schleichend und verläuft in drei Phasen. Ziel der Therapie ist es, ein Fortschreiten in die nächste Krankheitsphase zu verhindern. Mit so genannten Tyrosinkinasehemmern ist die CML heute meist gut behandelbar. Voraussetzung für den Therapieerfolg ist – wie auch bei anderen Erkrankungen – dass die Therapie konsequent eingehalten wird und die Medikamente regelmäßig genommen werden.

Quellen: Patientenbroschüre "Leben mit CML", Krebsinformationsdienst, Springer Wörterbuch Medizin, 2. Aufl., Kompetenznetz Leukämie, Leukämie-online
Erstellt am: 21.10.2009
Aktualisiert am: 24.02.2011
Autor: Cornelia Dietz; aktualisiert durch Michaela Späth-Dierl

Dies ist ein Service von Novartis Oncology.
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