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Auslöser und Risikofaktoren der CML

13.01.2012

Über Auslöser und Risikofaktoren der chronischen myeloischen Leukämie (CML) ist wenig bekannt. Betroffen sind eher ältere Menschen, und Männer häufiger als Frauen. Strahlung, Benzol und organische Lösungsmittel scheinen Risikofaktoren für die CML zu sein.

Auslöser und Risikofaktoren der CMLDie chronische myeloische Leukämie (CML) ist eine seltene Leukämie-Form. In Deutschland gibt es geschätzt ca. 1200 CML-Neuerkrankungen pro Jahr (Stand 2003). [1] Die Auslöser der chronischen myeloischen Leukämie (CML) sind noch weitgehend unbekannt. Auch bei den Risikofaktoren bestehen noch viele Unsicherheiten. Für einige Faktoren wurden jedoch statistische Häufungen beobachtet, d. h. ein Zusammenhang mit der CML gilt als relativ sicher.

 

Eine CML-Erkrankung der Eltern ist kein Risikofaktor – CML kann nicht vererbt werden

Der CML liegen Veränderungen am Erbgut (Philadelphia-Chromosom) zugrunde. Die Genveränderung betrifft dabei nur die Körperzellen und nicht die Keimzellen (Eizelle, Sperma). Deshalb handelt es sich nicht um eine Erbkrankheit, d. h. die Veränderungen sind nicht angeboren, sondern entstehen erst im Laufe des Lebens. Eltern, die an CML erkrankt sind, müssen sich deshalb keine Sorgen machen, dass sie die Krankheit an ihre Kinder weitergeben. [2]

 

Männer erkranken häufiger an der CML

Etwa 62 % aller Betroffenen sind Männer. [3] Warum Männer häufiger an einer CML erkranken, ist bisher nicht bekannt. [4]

 

Höheres Lebensalter ist ein Risikofaktor für CML

Das Risiko, an einer CML zu erkranken, nimmt mit dem Lebensalter zu. Die CML tritt meistens im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt auf. Das mittlere Alter der Betroffenen zum Zeitpunkt der Diagnose beträgt 65 Jahre. [1, 5] Kinder und junge Erwachsene erkranken nur sehr selten an dieser Form der Leukämie. Kinder erkranken z. B. häufiger an anderen Leukämieformen wie der akuten lymphatischen Leukämie (ALL).

 

Ionisierende Strahlung gilt als möglicher Auslöser der CML

Unter ionisierender Strahlung versteht man Strahlung, die so intensiv ist, dass ihre Energie ausreicht, um Stoffe chemisch zu verändern. Zur ionisierenden Strahlung gehören z. B. Röntgenstrahlung und energiereiche Teilchenstrahlung, die bei radioaktivem Zerfall entstehen kann. Um eine CML auszulösen, sind allerdings sehr hohe Strahlenmengen erforderlich. So wurde beispielsweise nach Atombombenabwürfen ein erhöhtes CML-Risiko bei der verstrahlten Bevölkerung festgestellt. Auch nach intensiver Bestrahlungsbehandlung bei Krebserkrankungen treten vermehrt CML-Fälle auf. [2, 8]

 

Benzol und andere organische Lösungsmittel können eine CML auslösen

Benzol und andere organische Lösungsmittel erhöhen das CML-Risiko. [4] Solche Stoffe werden vor allem von Malern, Lackierern und in der chemischen Industrie sowie Druckindustrie verwendet. Die wichtigste Quelle für Benzol in der Umwelt sind aber Autoabgase. Sie sind für 90 % der Benzol-Emissionen verantwortlich. [6]

 

Rauchen scheint kein Auslöser für CML zu sein

Obwohl Zigarettenrauch mit Benzol und radioaktive Substanzen zwei Risikofaktoren enthält, konnte ein Zusammenhang zwischen Rauchen und CML-Risiko bisher nicht festgestellt werden. [7]


Viele der genannten Faktoren wie z. B. eine hohe Strahlendosis führt auch zu akuten Leukämien wie der akuten lymphatischen oder akuten myeloischen Leukämie. Generell kann bisher keine eindeutige Ursache für die genetische Änderung (Philadelphia-Chromosom) benannt werden, die zur chronischen myeloischen Leukämie (CML) führt.

Quellen:
[1] Rohrbacher et al., Clinical trials underestimate the age of chronic myeloid leukemia (CML) patients. Incidence and median age of Ph/BCR-ABL-positive CML and other chronic myeloproliferative disorders in a representative area in Germany. Leukemia. 2009 Mar;23(3):602-4. Epub 2008 Sep 11.
[2] http://cancerhelp.cancerresearchuk.org/type/cml/about/chronic-myeloid-leukaemia-risks-and-causes (zuletzt besucht am 24.10.2011)
[3] http://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/aerzte/epidemiologie/leukaemiehaeufigkeit (zuletzt besucht am 04.11.2011)
[4] http://www.cancer.org/Cancer/Leukemia-ChronicMyeloidCML/DetailedGuide/leukemia-chronic-myeloid-myelogenous-risk-factors (zuletzt besucht am 04.10.2011)
[5] http://www.cancer.org/Cancer/Leukemia-ChronicMyeloidCML/DetailedGuide/leukemia-chronic-myeloid-myelogenous-key-statistics (zuletzt besucht am 24.10.2011)
[6] http://www.umad.de/infos/wirkungen/benzol.htm (zuletzt besucht am 04.11.2011)
[7] http://www.cancer.org/Cancer/Leukemia-ChronicMyeloidCML/OverviewGuide/leukemia-cml-overview-what-causes (zuletzt besucht am 24.10.2011)
[8] Hochhaus, Berger, Hehlmann, Chronische myeloische Leukämie – Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie. Unimed-Verlag, 2. Auflage, 2004

Autor: Jan Groh, aktualisiert von Dr. med. Sonja Hermeneit
Erstellt: 18.11.2008
Aktualisiert: 30.10.2011

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