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CML-Therapie: Anzeichen für ein Fortschreiten der Erkrankung

10.09.2010

Trotz der sehr guten Wirksamkeit von Tyrosinkinasehemmern bei der Behandlung einer CML kann es zu einem Fortschreiten der Erkrankung kommen. Doch wie macht sich ein solcher Progress bemerkbar und was ist dann zu tun?

Durch die Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern kann eine CML in vielen Fällen für viele Jahre zurückgedrängt werden. Dennoch kann es sein, dass die Erkrankung wiederauftritt oder fortschreitet und sich der Verlauf verschlechtert.

 

Ursachen für ein Fortschreiten der Erkrankung trotz Therapie mit Tyrosinkinasehemmern

In der Regel zeigen die Tyrosinkinasehemmer, die in der Therapie der CML standardmäßig eingesetzt werden, über lange Zeit eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit. Es kann jedoch bei einem geringen Teil der Betroffenen vorkommen, dass die Behandlung von Anfang an nicht die gewünschte Wirksamkeit zeigt. In diesem Fall spricht man von einer primären Resistenz.

CML-Therapie: Anzeichen für ein Fortschreiten der ErkrankungWenn sich eine solche Resistenz erst im Laufe der Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern ausbildet, spricht man von sekundärer Resistenz. Diesem Phänomen können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Hierzu gehören z. B. neu entstandene Veränderungen (Mutationen) im BCR-ABL-Gen.

Ein weiterer wichtiger Grund für das Fortschreiten (Progress) einer CML unter Therapie können Unregelmäßigkeiten oder eine Unterbrechung der Medikamenteneinnahme sein. Für einen Langzeiterfolg bei der Behandlung der CML ist es von größter Wichtigkeit, dass Sie Ihre Medikamente auch nach kompletter Remission und trotz bestem Wohlbefinden weiterhin regelmäßig und in der verordneten Dosierung einnehmen.

 

Mit Nachsorgeuntersuchungen ein Fortschreiten frühzeitig erkennen

Bei CML-Patienten, die eine Therapie mit Tyrosinkinasehemmern erhalten, werden zur Überprüfung des Therapieerfolgs regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt. Dank dieses Nachsorgeprozesses wird ein Progress meist schon vor dem Auftreten von Symptomen entdeckt und es können frühzeitig Therapieanpassungen vorgenommen werden.

 

Anzeichen für einen Progress der CML

Objektiv lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung mittels Blut- und Knochenmarkuntersuchungen feststellen, wenn dort Veränderungen an den Zellen nachgewiesen werden können. Hierzu gehören z. B.:

  • Anstieg der Zahl der weißen Blutkörperchen
  • Prozentuale Zunahme der Vorstufenzellen der weißen Blutkörperchen
  • Prozentuale Zunahme bestimmter weißer Blutkörperchen (basophile oder eosinophile Lymphozyten)
  • Veränderungen der Blutplättchenzahl
  • Nachweis (eines Anstiegs) von BCR-ABL in der PCR
  • Nachweis weiterer Veränderungen im Erbgut zusätzlich zum Philadelphia-Chromosom

Anzeichen für einen Progress, die Sie an sich selbst bemerken können, sind z. B.:

  • Abnahme der Leistungsfähigkeit
  • Fieber
  • Starkes nächtliches Schwitzen
  • Größenzunahme der Milz, die sich unter Umständen durch Schmerzen bemerkbar macht
  • Knochenschmerzen
  • Geschwulstartige Ansammlungen von Leukämiezellen, oft im Bereich von Knochenhaut, Haut oder Zahnfleisch (Chlorome)


Progress verhindern oder aufhalten

Ob und wann eine CML in ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium übergeht, lässt sich nicht vorhersagen. Um einen Progress jedoch möglichst lange hinauszuzögern, ist es vor allem wichtig, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig und in der verordneten Menge einnehmen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes bemerken. Außerdem sollten Sie in jedem Fall die angebotenen, regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Denn so kann Ihr behandelnder Arzt ein Fortschreiten frühzeitig erkennen und Ihre Behandlung dementsprechend anpassen.

 

Therapieoptionen bei Progress

Wenn Ihre Erkrankung unter der Standardtherapie mit Tyrosinkinasehemmern fortschreitet, wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen eine Anpassung der Therapie besprechen, z. B. einen Wechsel auf einen Tyrosinkinasehemmer der neueren Generation. Tyrosinkinasehemmer der neueren Generation werden in der so genannten Zweitlinientherapie der CML eingesetzt. Hiermit lässt sich in den meisten Fällen wieder ein Rückgang der Krankheitszeichen, eine Remission, erreichen.

Quelle: cml-info.com, Homepage des Deutschen Ärzteblatts, Patientenratgeber: Chronische Leukämien, Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch
Stand: 09.08.2010
Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Dies ist ein Service von Novartis Oncology.
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