Die ersten Anzeichen für eine CML werden häufig im Blut festgestellt

18.11.2008

Eine CML verläuft häufig zunächst symptomlos. Daher liefert oft eine einfache Blutprobe die ersten Hinweise. Entscheidend ist das so genannte Differenzialblutbild.

HandDer Verlauf der chronischen myeloischen Leukämie (CML) besteht aus drei Phasen, wobei zu Beginn in der Regel keine Symptome vorliegen. Daher machen häufig Zufallsbefunde anlässlich eines Artbesuchs aus ganz anderem Anlass auf die Krankheit aufmerksam.

 

Das kleine Blutbild

Bei jeder routinemäßig durchgeführten Blutuntersuchung wird das kleine Blutbild bestimmt. Die Bestimmung erfolgt anhand einer gewöhnlichen Blutprobe, beispielsweise aus der Ellenbeugen-Vene. Das kleine Blutbildung umfasst die Zahl der roten und weißen Blutzellen (Erythrozyten und Leukozyten) sowie der Blutplättchen (Thrombozyten) und einige Werte, die sich auf den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) beziehen, der sich in den roten Blutzellen befindet.

 

Viele weiße Blutkörperchen

Ist im kleinen Blutbild eine leichte bis sehr starke Zunahme der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) zu beobachten, könnte dies ein Hinweis auf eine CML sein. Auch die Blutplättchen, die an der Blutgerinnung beteiligt sind, können vermehrt sein. Die roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich sind, liegen hingegen bei einer CML oft in reduzierter Zahl vor. Das kann sogar bis hin zur Blutarmut (Anämie) reichen.

Eine erhöhte Anzahl an weißen Blutzellen liegt allerdings bei verschiedenen - sowohl harmlosen als auch schwerwiegenden - Erkrankungen vor. Die häufigste Ursache sind Infektionen. Denn die weißen Blutzellen gehören zum Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers und sind während der Bekämpfung von Krankheitserregern natürlicherweise vermehrt im Blut zu finden. Auch andere Blutkrebserkrankungen können die Ursache sein. Genaueren Aufschluss gibt das so genannte Differenzialblutbild, das das kleine Blutbild ergänzt.

 

Das Differenzialblutbild

Das Differenzialblutbild ist eine Blutuntersuchung, bei der die weißen Blutkörperchen nach Art und Anzahl unterschieden werden. So lassen sich ausgereifte weiße Blutzellen drei Hauptgruppen zuordnen: den Monozyten, den Lymphozyten und den Granulozyten. Das Differenzialblutbild wird heute in der Regel von speziellen Analyseautomaten vorgenommen, die die Proben sehr viel schneller als Menschen am Mikroskop auswerten.

 

Vorläuferzellen von Granulozyten

Bei einer CML finden sich im Differenzialblutbild typischerweise nicht nur ausgereifte Granulozyten, sondern auch zahlreiche unreife Vorstufen. Denn während der Blutbildung durchlaufen Granulozyten im Knochenmark eine vielstufige Entwicklung vom so genannten Myeloblasten ("Blasten") zur ausgereiften Zelle. Und weil sich bei der CML Vorläuferzellen von Granulozyten unkontrolliert vermehren, treten diese in großer Zahl aus dem Knochenmark ins Blut über.

Auch wenn vermehrt Vorläuferzellen von Granulozyten im Blut gefunden werden, ist damit eine CML noch nicht nachgewiesen. Eine Bestätigung liefern nur der Nachweis des so genannten Philadelphia-Chromosoms bei einer Untersuchung des Knochenmarks sowie weitere Diagnosemethoden. Die Zahl und Art der weißen Blutkörperchen eignet sich allerdings dazu, den Verlauf einer CML und den Erfolg einer Behandlung auf einfache Weise zu überwachen.

 

Andere Blutwerte

Die starke Zunahme von weißen Blutzellen bei CML führt dazu, dass sich zudem vermehrt Stoffwechselprodukte dieser Zellen im Blut nachweisen lassen. Dazu gehören Harnsäure und das Enzym Laktatdehydrogenase (LDH). Darüber hinaus kann bei starker Vermehrung der weißen Blutzellen das Absinken des Enzyms alkalische Leukozytenphosphatase beobachtet werden.

 

Quelle: Nach Informationen der Deutschen Leukämie- & Lymphomhilfe, der Fachzeitschrift "Blood", Innere Medizin (2. Auflage) von Classen M, Novartis u.a.
Autor: Jan Groh
Stand: 18-11-2008

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