Therapie mit Tyrosinkinasehemmern

16.06.2009

Tyrosinkinasehemmer werden heute von den meisten Ärzten als Standardtherapie bei CML eingesetzt. Für eine gute Wirksamkeit ist es wichtig, die Medikamente regelmäßig in der verordneten Dosierung einzunehmen.

Therapie_mit_TyrosinkinasehemmernDie Einführung der Tyrosinkinasehemmer konnte die Behandlungsergebnisse bei CML erheblich verbessern. Sie gelten heute als Medikament erster Wahl bei der Behandlung der Chronischen Myeloischen Leukämie (CML). Bei strikter Einhaltung der mit dem Arzt vereinbarten Therapie kann die Lebenserwartung und das Leben mit CML - ähnlich wie bei anderen chronischen Erkrankungen - nahezu normal sein. Eine Heilung verspricht sie hingegen nicht.

 

Erstbehandlung mit Tyrosinkinasehemmern

Die medikamentöse CML-Therapie beginnt in der Regel mit einem der am Markt erhältlichen Tyrosinkinasehemmer. Weitere Tyrosinkinasehemmer werden typischerweise dann verabreicht, wenn der Patient nicht mehr auf die Therapie mit dem zuerst eingesetzten Medikament anspricht oder dieses nicht mehr verträgt. Ziel der Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer ist es, eine langfristige Kontrolle der Erkrankung zu erreichen. Tyrosinkinasehemmer eignen sich zur Therapie aller drei Krankheitsphasen der CML.

 

Wie wirksam sind Tyrosinkinasehemmer bei CML?

Die sehr gute Wirksamkeit von Tyrosinkinasehemmern bei Patienten mit CML wurde durch viele wissenschaftliche Studien belegt. Alle drei Wirkstoffe zeigen einen hohen Wirkungsgrad bei der Behandlung der Chronischen Myeloischen Leukämie. Aufgrund der hohen Wirksamkeit beginnen fast alle Ärzte die CML-Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern als Standardtherapie.

 

Mögliche Nebenwirkungen

Wie bei jeder wirksamen medikamentösen Therapie kann auch die Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Diese Nebenwirkungen sind, besonders im Hinblick auf den Schweregrad der CML-Erkrankung, im Allgemeinen akzeptabel und können durch ergänzende Medikamente oft gebessert werden. Zudem treten sie häufig zu Beginn der Therapie auf und vermindern sich mit der Zeit oder gehen vollständig zurück.

Die häufigsten Unverträglichkeiten sind u. a.:
• Hautausschläge
• Übelkeit und Erbrechen
• Verdauungsbeschwerden
• Kopfschmerzen

Je nach verwendetem Präparat können zudem u. a. Wassereinlagerungen im Körper (Ödeme), eine erhöhte Krampfneigung der Muskulatur oder Müdigkeit und Fieber auftreten. In jedem Fall sollten Sie beim Auftreten von Unverträglichkeiten Ihren Arzt informieren. Die Nebenwirkungen lassen sich in der Regel durch Begleitmedikamente, etwa Schmerzmittel bei Kopfschmerzen oder Antihistaminika bei Hautausschlägen, bessern. Klingen die Nebenwirkungen auf diese Weise nicht ausreichend ab, kann der Arzt entscheiden, die Therapie zu unterbrechen und nach Besserung der Beschwerden fortzuführen .Unterbrechen Sie die Therapie unter keinen Umständen selbständig, sondern nur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bei der Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern ist es möglich, dass nicht nur die Vermehrung von Leukämiezellen, sondern auch die normale Blutbildung verhindert bzw. beeinträchtigt wird. In diesen Fällen kann es erforderlich sein, die Behandlung neu anzupassen.

 

Wie werden Tyrosinkinasehemmer eingenommen?


Tyrosinkinasehemmer werden je nach Präparat ein- oder mehrmals täglich in Tablettenform eingenommen. Bei der Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern ist es entscheidend für den Therapieerfolg, zuverlässig jeden Tag die volle verordnete Dosis einzunehmen. Jede Unterbrechung der Behandlung birgt die Gefahr, dass die CML wieder aufflammt und anschließend weniger gut auf die Therapie anspricht. Um die Einnahme nicht zu vergessen, kann es nützlich sein, das Medikament jeden Tag zu einer festen Uhrzeit einzunehmen. Hilfreich ist es für viele Patienten, ihre Familienangehörigen, Freunde und Kollegen über die Bedeutung des Medikaments zu informieren, damit diese die Betroffenen gegebenenfalls an die Einnahme erinnern können.

 

Quelle: Patientenbroschüre „Leben mit CML“
Stand: 14.05.09
Autor: Letzte Aktualisierung durch Dr. med. Martina Waitz


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