Die CML ist ein Blutkrebs, der durch die unkontrollierte Vermehrung von bestimmten weißen Blutzellen entsteht. Die Behandlungsmöglichkeiten konnten in den letzten Jahren deutlich verbessert werden.
Die chronische myeloische Leukämie (CML) gehört zu den Leukämien (= Blutkrebs, griech. weißes Blut), also zu einer Gruppe von Erkrankungen, bei denen weiße Blutzellen unkontrolliert wachsen. Die weißen Blutzellen (Leukozyten) bilden - unter normalen Bedingungen - einen wesentlichen Teil des Abwehrsystems (Immunsystems) des menschlichen Körpers. Sie patrouillieren im Blut und in den verschiedenen Organen, um Fremdstoffe, Viren, Bakterien oder andere Krankheitserreger aufzuspüren und zu bekämpfen.
Es können zwei Hauptgruppen von weißen Blutzellen unterschieden werden: die lymphatischen Zellen (Lymphozyten), die in den lymphatischen Geweben (Thymus, Milz, Lymphknoten) gebildet werden, und die myeloischen Zellen, die dem Knochenmark entstammen.
Es gibt vier verschiedene Arten von Blutkrebs. Unterscheidungsmerkmale sind, aus welchem Gewebe die entarteten Zellen stammen und wie rasch der Blutkrebs verläuft. Demnach erfolgt eine Unterscheidung in lymphatische (Herkunft der Zellen aus dem Lymphgewebe) und myeloische (Herkunft der Zellen aus dem Knochenmark) Leukämien. Nach der Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs werden zusätzlich akute (rasch verlaufende) und chronische (zu Beginn der Erkrankung langsam verlaufende) Leukämien unterschieden.
Die Hauptformen weisen jeweils typische Merkmale auf. Sie sind untereinander nur bedingt vergleichbar. So wird zum Beispiel jeder Leukämietyp anders diagnostiziert und behandelt. Was für eine Leukämieform zutrifft, hat bei den anderen in der Regel keine Gültigkeit.
Ausgangspunkt einer CML ist eine Schädigung im Erbgut von hämatopoetischen (blutbildenden) Stammzellen, die im Laufe des Lebens entsteht (siehe auch Thema Blutbildung). Die Aufgabe dieser Zellen besteht darin, sich bei Bedarf in die jeweils benötigte Art von Blutzellen fortzuentwickeln und dabei zu vermehren. Hämatopoetische Stammzellen stellen also eine Reserve des Körpers dar, aus der fehlende Blutzellen nachgebildet werden.
Bei CML tritt in einer der hämatopoetischen Stammzellen aus zumeist nicht näher bestimmbaren Gründen eine typische Veränderung im Erbgut auf, das Philadelphia-Chromoson. Diese Veränderung bewirkt, dass die betroffene Stammzelle nicht länger den normalen Regulationsmechanismen unterliegt - sie vermehrt sich unkontrolliert.
Die Zahl der CML-Neuerkrankungen in Deutschland ist relativ gering. Die Erkrankung verläuft in drei Phasen und lässt sich heute - durch enorme Fortschritte in der CML-Therapie - deutlich besser behandeln. Moderne Medikamente, so genannte Tyrosinkinasehemmer, können die Erkrankung in den meisten Fällen praktisch zum Stillstand bringen.
Die Chance auf eine Heilung bei dieser Form des Blutkrebses besteht allerdings nur bei einer Stammzelltransplantation. Diese kommt jedoch nicht für jeden Patienten in Frage und ist zudem mit nicht unerheblichen Risiken verbunden. Daher wird die dauerhafte medikamentöse Behandlung meistens als die bessere Lösung angesehen. Die Entscheidung über die Art der Therapie wird der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der Gesamtsituation des Patienten treffen.